3 Verrückte auf dem Weg nach Saint Tropez

Diese 3 Verrückten sind : Alfred (Alfo) Neumair, mein Sohn Alex Ellemunter und ich.

Schon seit langem träumten wir davon, einmal beim größten Vespatreffen der Welt den "Vespa World Days" dabei zu sein. Austragungsort war heuer das 800 km entfernte Saint Tropez. in Frankreich. Für uns schien diese Tour mit den Vespas absolut machbar. Doch als wir in unserem Club um weitere Teilnehmer warben, ernteten wir nur : " des spinnt" und "viel zi weit" oder "schian wars schun, obo"... Folglich blieben nur wir drei übrig und starteten auch sofort mit den Vorbereitungen. Hilfreich unterstützt wurden wir dabei von Stefano, der sich mit dem Vespaclub Trento in Verbindung setzte und somit die Reise erst möglich machte. Eine tolle Idee hatte Alfo bezüglich der Seitenbacken unserer Vespas, doch dazu später mehr

Die Monate bis zur Abfahrt vergingen wie im Flug und schon bald war er da, der 2. Juni 2016

Treffpunkt 7:00 Wurzer Bar St. Lorenzen. Unser Präsident Karlheinz ließ es sich natürlich nicht nehmen, und wünschte uns höchstpersönlich eine gute und pannenfreie Fahrt. Bei bewölktem Himmel und kühlen Temperaturen führte uns die 1. Etappe in das 530 km entfernte Genua. Nach 3 Tankstopps und nur kurz vor unserem Ziel zogen pechschwarze Wolken auf, aus welchen grelle Blitze zuckten und das dumpfe Grollen des Donners zu hören war.  Gerade noch rechtzeitig zwangen wir uns in unsere Regenkleidung und kämpften uns so die letzten 120 km bei Starkregen bis an unser 1. Etappenziel. Mittlerweile war es schon 21:15. Erschöpft fielen wir nach dem Abendessen nur noch müde in unsere Betten.

 

Tag 2: auf diesen Teil  der Fahrt freuten wir uns besonders. Bei strahlend blauen Himmel führte uns die Route immer entlang der traumhaften Küstenstraße, durch unzählige urige Ortschaften und Tourismushochburgen. Diese bildeten eine malerische Kulisse für viele Fotoaufnahmen. Ganz entspannt glaubten wir, die mickrigen knappen 300 km zurückzulegen. Doch es sollte ganz anders kommen: schon für die  ersten 120 km vorbei an Savona, Borgio, Pietra Ligure, Imperia, San Lorenzo & Santo Stefano al Mare, San Remo, Ventimiglia ... benötigten wir 4 Stunden: zahlreiche Ampeln mit kilometerlangem Stau und zähflüssigem Verkehr bremste uns ganz schön aus. Bei Arenzano mussten wir wegen Umleitung sogar kurzzeitig auf die italienische Autobahn ausweichen. Nach kurzer Mittagspause erreichten wir nun endlich die Còte d' Azur: die französischen Städte Menton, Monaco, Cannes usw. boten zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die leider nur im bloßen Vorbeifahren nicht genügend bewundert werden konnten. Uns saß die Zeit im Nacken, deswegen sahen wir uns gezwungen, uns frech im Zickzackkurs durch die endlos langen Autoschlangen vorbeizumogeln. Hierbei ist zu erwähnen, dass sich keine der französischen Autofahrer aufgeregt, gehupt oder den Mittelfinger gezeigt haben, hingegen sogar für uns freie Bahn  geschaffen haben. Für uns unerwartet riesig die wunderschöne Stadt Nizza, wie man auf den folgenden Fotos sehen kann.

 

Es wurde immer später und später und die verbleibenden Kilometer wollten nicht enden: so blieb uns nur die Möglichkeit, die letzten 60 km auf die Autobahn auszuweichen. Ansonsten wären wir noch später in unsrem Hotel angekommen: es war immerhin schon 21:30 beim Einchecken und wir hatten noch Riesenglück wenigstens etwas Kaltes zum Abendessen zu bekommen.

 

Tag 3 Samstag: endlich einmal länger schlafen, gemütlich frühstücken und nun ging es zu den heiß ersehnten Vespa World Days: kaum auf der Straße begegneten wir unzähligen Vespafahrern aller Nationen; jeder grüßte jeden mit gehobener  Hand und Dauerhupen. Sofort wurden Kontakte geknüpft, Aufkleber getauscht, welche auf unseren blanken Seitenbacken der Vespas platziert wurden. Zum Schluss war die gesamte Backe übersät mit Aufklebern zahlreicher Vespaclubs: dank Alfos toller Idee wurde daraus  eine Erinnerungstrophäe an dieses unvergessliche Erlebnis. Heiß begehrt waren auch unsere Clubfascias: zum Glück hatten auch wir einige zum Tauschen dabei. Die dafür im Gegenzug erhaltenen, werden in unserer Vespagarage einen Ehrenplatz bekommen.

Um 15:00 war die große Rundfahrt, direkt durch Saint Tropez: die ganze Stadt war ein Meer von zahlreichen Vespas: der Höhepunkt der Veranstaltung war die Prämierung der schönsten Vespas : wie auf einem Laufsteg führten die Besitzer in originaler Kleidung entsprechend dem Baujahr ihrer Vespas ihre Schmuckstücke vor. Alfo ließ es sich nicht entgehen mit einem Polizisten in der alten französischen Uniform alà  Louis de Funes zu posieren und ein Foto zu ergattern. Am späten Nachmittag kündigte sich leider schon wieder Regenschauer an, weshalb wir uns wieder auf den Weg in unser Hotel machten. jedoch nicht ohne einen letzten Abstecher auf das Festgelände. Zum Abendessen in dem laut Alfo "in de Sushibude geh i net inne" Restaurant, speisten wir wider unserer Erwartung königlich und bei einem Ratschale auf der Hotelterrasse ließen wir den Tag noch mal Revue passieren.

 

Abreise aus Saint Tropez Sonntag Früh: Diesmal wählten wir die schnellere Variante und benutzten gleich die französische Autobahn. Doch auch diese hatte ihre Tücken: Beim Bezahlen an der Mautstelle wollte sich die Schranke partout nicht öffnen. Folglich blieb mir nichts anderes übrig, als diese leicht anzuheben und darunter durch zu fahren. Sofort ging der Alarm los, doch ich suchte schnellstens das Weite. Pannenfrei und diesmal trocken erreichten wir Genua.

 

Montag, itz fohrmo wiedo Hoam:

Ohne Mittagessen, unterbrochen nur durch 3 Tankstopps ließen wir die letzten 530 km hinter uns. Alfo unser Held des Tages verpasste natürlich wieder einmal die Ausfahrt auf einer Schnellstraße bei Trient und war gezwungen, auf der Auffahrt der Gegenfahrbahn rückwärts die Schnellstrasse zu verlassen.

Pünktlich um 18:00 erreichten wir unsere Clubzentrale in Pfalzen, wo wir uns noch eine Pizza und einige Bierchen gönnten. Außer einem gebrochenen Kupplungskabel und einem platten Reifen, hielten unsere Vespas die insgesamt 1.600 km zuverlässig durch.

Somit endete eine tolle, unvergessliche Reise durch eine wunderschöne Landschaft im Kreise unzähliger Vespafahrer.